Ofenlexikon · Wissen rund um den Ofen

Anheizzeit

Bei Speicheröfen beschreibt die Anheizzeit das Zeitintervall, das benötigt wird, um die Speichermasse für eine bestimmte Abstrahlzeit (Heizdauer) aufzuheizen.
Bei unserem Speicheröfen der Baureihe rondolino beträgt die Anheizzeit etwa 1,5 Stunden, die gesamte Heizdauer beträgt etwa 10 Stunden. Die Wärmeabstrahlung beginnt nach etwa 30 Minuten, also noch während der Anheizzeit.

Aschemulde

Der mit Holz befeuerte Grundofen hat im Feuerraum keinen Rost, sondern eine Aschemulde. Hier sammelt sich die Asche über einen längeren Zeitraum. Die Leerung erfolgt je nach Größe im Abstand von einigen Wochen oder Monaten, spätestens wenn die Aschemulde bis zur Unterkante der Tür gefüllt ist. Ein Rest der Asche (etwa 2 cm hoch) sollte in der Aschemulde verbleiben, er enthält weiter verbrennbares Material (Holzkohle) und begünstigt dadurchden nächsten Abbrand.

BImSchV

Die Bundes-Immissionsschutzverordnungen (kurz: BImSchV) dienen der Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes zum Schutz vor schädlichen Umwelteinflüssen wie Luftverschmutzung und Lärm. Sie enthält die Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen.
Die Novellierung der 1. BImSchV trat mit dem 22. März 2010 in Kraft und verfolgte das Ziel, die Emissionen aus Kleinfeuerungsanlagen zu reduzieren. Maßnahmen waren strengere Anforderungen an neue Feuerungsanlagen sowie Sanierungsregelungen bei bestehenden Anlagen.
Seit 2015 gilt die 2. Stufe BImSchV mit noch niedrigeren Grenzwerten. München hat die 2. Stufe bereits im Herbst 2011 eingeführt, Regensburg hat seit 2010 eine eigene Brennstoffverordnung.

Dauerbrand

Als Dauerbrand bezeichnet man das stetige Nachlegen von Brennstoff, um das Feuer zu erhalten. Der Dauerbrand ist nur beim Warmluftofen (Kaminofen) notwendig, da dieser die freigesetzte Energie direkt an die Raumluft und zu einem hohen Prozentsatz auch in den Kamin / Schornstein abgibt. Der Speicherofen wird während einer relativ kurzen Anheizzeit erhitzt und gibt die Wärme auch nach dem Abbrand über einen längeren Zeitraum in Form von Strahlungswärme ab.

Emissionen

Emission, von lateinisch emittere ‚aussenden‘, bezeichnet die Abgabe von Substanzen oder Strahlung an die Umwelt. Im Zusammenhang mit dem Heizen wird Emission im Sinne von Schadstoffausstoß gebraucht.

Feuerraum

Der Feuerraum ist beim Ofen die Kammer, in der der Abbrand des Brennstoffs erfolgt. Beim Speicherofen bestehen die Wände des Feuerraums aus Schamotte. Seine Größe und Form müssen auf den jeweiligen Brennstoff und die folgenden Heizgaszüge abgestimmt sein.
Durch die gültigen strengen Abgasvorschriften sind die früher üblichen Kombifeuerungen für Holz und Kohle fast vollständig verschwunden. Heute werden Kachelöfen meist mit einem Feuerraum für umweltverträgliche Holzverbrennung ausgestattet (Grundfeuerung).

Grundofen

Ursprünglich ist der Grundofen ein Kachelofen ohne Rost, bei dem das Feuer auf dem gemauerten Grund brannte. Heute ein Sammelbegriff für den gemauerten Ofen / Kachelofen / Strahlungsofen / Speicherofen mit rostloser Holzfeuerung. Aus dem Wissen um die traditionelle Grundfeuerung haben wir unsere modernen Speicheröfen entwickelt.

Heizgaszüge

Die nach dem Feuerraum angeordneten gemauerten Kanäle werden als Heizgaszüge bezeichnet. Durch sie werden die Rauchgase zum Kamin / Schornstein geleitet und geben dabei ihre Energie an die Speichermasse des Ofens ab.

Heizleistung

Bei Grundöfen wird die Heizleistung je Quadratmeter Ofenoberfläche definiert. Je nach Dicke der Ofenwand werden Heizleistungen von 600 bis 1200 kcal pro qm pro Stunde erreicht.

Kamin

Kamin, von Lateinisch "caminus" für Ofen, wird als Synonym für Kaminofen, aber auch für Schornstein, Rauchfang oder Esse benutzt. Ein "offener Kamin" bezeichnet eine Feuerstätte im Raum ohne geschlossene Brennkammer.

Kaminofen

Der Kaminofen, auch Schwedenofen oder einfach Kamin genannt, ist ein Ofen aus Stahlblech oder Gusseisen. Die meisten Kaminöfen sind Warmluftöfen, d.h. sie besitzen wenig Speichermasse und erhitzen vor allem die Raumluft während des Abbrands (Konvektion). Ist der Feueraum mit einem Rost ausgestattet (Allesbrenner), können Festbrennstoff wie Kohle, Holz und Torf verfeuert werden. Moderne Kaminöfen haben mittlerweile einen größeren Anteil an Speichermasse und erreichen damit einen höheren Wirkungsgrad. Bei der Verbrennung von Holz und Holzbriketts ist der Grundofen wegen der langen Heizgaszüge wesentlich effizienter und produziert aufgrund seiner Feuerungstechnik weniger schädliche Emissionen.

Luftzufuhr

Die Zufuhr von Luft ermöglicht den Abbrand in einer geschlossenen Brennkammer. Zur Verbrennung wird genügend Sauerstoff benötigt, damit keine schädlichen Abgase durch Schwelbrand entstehen. Wir haben für unsere Speicheröfen eine einfache Mechanik entwickelt, die für die notwendige primäre und sekundäre Luftzufuhr sorgt und nicht kontrolliert werden muss. Ist der Speicherofen erhitzt, muss die Luftzufuhr gestoppt werden, um ein Auskühlen des Ofens in den Kamin / Schornstein zu verhindern.

Rauchrohr

Durch das Rauchrohr gelangen die Abgase in den Kamin.
Je nach Ofentyp kann das Rauchrohr unterschiedliche Durchmesser und Längen haben.

Schamotte

Feuerfester Baustoff für Öfen. Das klassische Baumaterial für den Kachelofen, das heute je nach Anwendung in verschiedenen Qualitäten hergestellt wird. So gibt es spezielle Schamotte für Holzfeuerungen oder Schamotte mit besonders guten Speichereigenschaften.

Speicherofen

Ein aus speicherfähigem Material gebauter Ofen wird kurz als Speicherofen bezeichnet. Er speichert die in einem kurzen Zeitraum freiwerdende Energie eines Holzfeuers in der eingebauten Speichermasse (z.B. Schamotte) und gibt sie über einen langen Zeitraum wieder an die Umgebung ab. Je massiver und schwerer die Ofenwände sind, desto mehr Wärme kann gespeichert werden. Allerdings benötigen diese Öfen "schwerer Bauart" eine längere Anheizzeit als ihre "leichten" Kollegen, die weniger träge reagieren und die den heutigen Lebensgewohnheiten mehr entsprechen.

Speicherofennorm

Kurz für die Prüfung von Speicherfeuerstätten für feste Brennstoffe nach DIN EN 15250. Sie gilt in ganz Deutschland für handbeschickte Feuerstätten mit Wärmespeicherung und beinhaltet u.a. die Mindestdauer, in der der Ofen die maximale Oberflächentemperatur erreicht und die mittlere Speicherzeit, bei der die Oberflächentemperatur 50% des Maximalwertes geträgt. Vom Hersteller als Einheit angebotene Speicheröfen werden auf dem Prüfstand einer zugelassenen Prüfstelle getestet und anschließend zertifiziert. Um die Werte unter Prüfbedingungen auch im alltäglichen Gebrauch des Speicherofens zu erreichen, wird eine Betriebsanleitung verlangt - und sollte bestenfalls auch befolgt werden, um Schäden am Ofen oder vermindere Leistung zu vermeiden.

Strahlungsofen

Ofen, der den größten Teil seiner Energie als Wärmestrahlung abgibt. Diese Strahlung wird als besonders angenehm empfunden, da sie nicht die Raumluft, sondern Wände und Möbel erwärmt. Bestes Beispiel für einen Strahlungsofen ist der klassische Kachelofen bzw. Grundofen.

Warmluftofen

Im Gegensatz zum Strahlungsofen gibt der Warmluftofen den größten Teil seiner Energie an die Raumluft ab. Diese Konvektionswärme erwärmt die Luft sehr schnell, das Raumklima ist jedoch insgesamt trockener. Durch die starke Luftbewegung wird zudem ständig Staub aufgewirbelt. Für empfindliche Personen (z.B. Allergiker) ergeben sich unangenehme Folgen. Beispiele sind der Warmluftkachelofen mit Heizeinsatz und Warmluftgitter, oder der Kaminofen.

Ofenlexikon · Anmerkung

Feuerungsanlagen sind grundsätzlich genehmigungs- und abnahmepflichtig!
Sprechen Sie vor Einbau Ihres Ofens mit Ihrem Kaminkehrer, um Details abzustimmen.

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